LETZTES Lehrangebot PD Dr. Gisela Thome im Wintersemester 2012/13

Französische Abteilung der Fachrichtung 4.6

Übersetzungsübung (Französisch – Deutsch)

Dienstag, 9.15-10 Uhr, Gebäude A22,  Raum 2.10

 

 

Die übersetzungsvorbereitende Textanalyse

 

 

Die genaue Kenntnis des ausgangssprachlichen Textes und die wissenschaftlich untermauerte Erfassung seiner Eigenheiten stellen ganz entscheidende, wenn nicht überhaupt die wesentlichen Bedingungen für das Gelingen einer Übersetzung dar. Sie bestimmen letztlich deutlich die Qualität des Übersetzungsergebnisses und steigern systematisch die translatorische Leistungsfähigkeit. Die Verbindung von umfassender Erschließung der Textvorlage und deren darauf beruhender zielsprachlicher Wiedergabe erhöht nachweislich den Wert der fertigen Übersetzung. Damit sind sie gleichermaßen entscheidend für den Lernfortschritt im Studium wie für den Erfolg im Beruf. 

 

Im Rahmen der Lehrveranstaltung wird anhand konkreten Textmaterials eine die Übersetzung vorbereitende und die translatorischen Entscheidungen lenkende Methode erarbeitet und erprobt, mit deren Hilfe die unterschiedlichsten Originale auf ihre inhaltlichen, formalen, kommunikativ-pragmatischen und funktionalen Charakteristika hin untersucht werden können. Erfasst und erklärt werden insbesondere die text- und satzsyntaktischen Mittel, die lexikalischen und stilistischen Markierungen, die Beziehungen des Autors/der Autorin zu Sachverhalt, Lesern und Handlungsbeteiligten und nicht zuletzt die sich aus all diesen Besonderheiten ergebende(n) Textfunktion(en). Durch die Erprobung der Verfahrensweise an Texten ganz verschiedenartiger Herkunft (Literatur, Praxis, Werbung, Zeitung) lässt sich deren universelle Brauchbarkeit überzeugend nachweisen.

 

Der Anwendung selbst geht eine intensive Einführung in die Methode voraus, in der auf der textsyntaktischen Ebene Fachbegriffe wie Kohärenz und Kohäsion in ihrer Unterschiedlichkeit geklärt, auf der satzsyntaktischen Ebene die verschiedenen Komplexitätsgrade der Gefüge erarbeitet, auf der lexikalischen Ebene die Abgrenzung von gemein- und fachsprachlichem Vokabular vollzogen und unter stilistischem Aspekt die klassischen rhetorischen Mittel rekapituliert werden. Schließlich gilt es auch, die Relevanz all dieser Mittel für die kommunikative Wirkung des jeweiligen Textes und für die Erreichung der mit ihm intendierten Funktion(en) zu überprüfen.

 

Die Übung wendet sich angesichts des bevorstehenden bzw. baldigen Auslaufens der Abschlüsse Diplom bzw. Staatsexamen insbesondere an die derzeit mit der Abfassung oder Vorbereitung von Diplom- bzw. Staatsarbeit befassten KandidatInnen der Fachrichtungen 4.6 und 4.2, die ihre bisherige Übersetzungskompetenz erhalten bzw. weiter steigern wollen. Sie kann aber zweifellos auch Studierenden Gewinn bringen, die den Master-Abschluss anstreben.

 

 

MIT DER VERANSTALTUNG AM 5. FEBRUAR 2013 ENDET DIE AM 1. DEZEMBER 1971 BEGONNENE LEHRTÄTIGKEIT